Bund Naturschutz drängt auf Sanierung der Eger

Der Stein des Anstoßes: Vom Egerkraftwerk Leupoldshammer ergoss sich die Schlammlawine im Frühjahr 2012 ins Egerbett.

„Der Schlamm muss endlich raus“

Äußerst kritisch sieht der Bund Naturschutz im Landkreis Wunsiedel die ganzen Vorgänge um die Verschmutzung der Eger und die nicht stattfindende Schlammbeseitigung. „Es ist eine Riesensauerei, dass da einfach nichts passiert“, empört sich der BN-Kreisvorsitzende Fred Terporten-Löhner. Seit der brutalen, vorsätzlichen Verschmutzung der Eger mit mehreren Tausend Tonnen Schlammim Mai 2012 sei vor Ort nichts passiert. „Wird die dringend notwendige Sanierung des Egerbetts bewusst verschleppt?“, fragt sich der Bund Naturschutz.

„Wir fordern die Herren Reif auf, die Beseitigung des Schlamms unverzüglich in Angriff zu nehmen“, so Fred Terporten-Löhner. „Der Schlamm muss raus, zumindest was davon noch im Flussbett liegt.“ Der Umweltverband geht davon aus, dass ein erheblicher Teil des Schlamms - es gingen im Mai vorigen Jahres 3000 bis 5000 Tonnen mit Blei, Cadmium und Zink belasteter Schlamm aus dem Becken Leupodshammer die Eger hinunter – wahrscheinlich in das Staubecken des Egerstaus bei Neuhaus verfrachtet worden ist.  Die feinsten Schlammpartikel befinden sich wohl bereits im tschechischen Stausee Skalka. Besonders kritisch sieht der Bund Naturschutz die Ablagerung von Schlamm und Sand in den noch naturnahen Fließgewässerabschnitten zwischen den Staubecken.

„Das muss alles raus“, fordert der BN-Kreisvorsitzende.
Es sei bereits eine Zwischendeponie an der Staatsstraße zwischen Selb und Silberbach eingerichtet worden. Mit der Sanierung müsse unverzüglich begonnen werden. „Und zwar jetzt, wo die Eger wenig Wasser führt und die Wiesen trocken sind. Nicht erst an Weihnachten“.

Kritisch sieht der BN auch die Haltung des Kraftwerksbetreibers und der Verteidigung während des Gerichtsprozesses. Terporten-Löhner: „Es ist eine Unverfrorenheit, die Schuld der erheblichen Gewässerverschmutzung einfach auf die Behörden abschieben zu wollen“. Auch sei es nicht glaubhaft, dass der Verursacher über die Problematik des abgelagerten Schlamms im Staubecken Leupoldshammer nichts gewusst habe.

„Nachdem nach Aussage von Landrat Dr. Karl Döhler bereits ein Sanierugskonzept vorliegt, muss jetzt wirklich mit der Ausbaggerung des Schlamms begonnen werden, fordert Terporten-Löhner nachdrücklich. Schließlich gehöre das Egertal zu den schönsten und schutzwürdigsten Lebensräumen und Naherholungsgebieten Nordbayerns