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Mittelwald – ein Relikt in Franken

Die Exkursion im Rahmen der Vorstandsklausur der Kreisgruppe Wunsiedel führte in die Mittelwälder nördlich von Bad Windsheim, in das Herz der bayerischen Mittelwaldwirtschaft um den Kehrenberg.

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

Erwartungsfrohe Gesichter am Beginn der Exkursion

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

Alter Baumbestand über natürlich nachwachsenden Jungbäumen

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

Mittendrin in ungepflanzentem Jungholz

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

Großes Staunen über die Pflanzenvielfalt

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

Achtung! Vorsicht! Nicht berühren! Berührung mit den Nestern des Schwammspinners (hier nur noch die Häutung) führt zu heftigen Hautausschlägen

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

Weinanbau in Franken, ...

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

... verbunden mit einer überraschenden, aber verdienten Verkostung mit weitem Blick über die Windsheimer Bucht

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

Bewohner dieser alten Bauernhäuser im Windsheimer Freilandmuseum ...

Klausur der BN-Kreisgruppe Wunsiedel

... haben vermutlich diese Art der Waldbewirtschaftung für ihren Lebensunterhalt betrieben.

22.09.2018

Es handelt sich um eine fast verschwundene Bewirtschaftungsform unserer heimischen Wälder. Nur in Franken gibt es noch größere Bestände von insgesamt 5.000 Hektar Fläche, also 50 Quadratkilometern. Die Wälder sind häufig im Besitz von Gemeinden, die Nutzungsrechte liegen bei den Hofstellen, die sich zu Rechtlergemeinschaften zusammengeschlossen haben. Diese kleinteilige Nutzungsstruktur und der Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft haben sich seit Jahrhunderten erhalten.

Sonnendurchflutete Waldbestände mit außergewöhnlicher Flora und Fauna

In den sonnendurchfluteten Beständen kommen zahlreiche Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten vor, darunter sehr seltene Schmetterlinge wie der Hecken-Wollafter und der Kleine Maivogel, der imposante Hirschkäfer und der Speierling oder die seltenen Vogelarten Halsbandschnäpper und Mittelspecht.

Der Mittelwald besteht aus zwei Stufen. In der Oberschicht wachsen mächtige, 150 Jahre alte Eichen, die als Bauholz Verwendung finden. Die Unterschicht aus Eichen, Eschen, Linden und Hainbuchen wird als Brennholz genutzt. Alljährlich werden nur kleine Flächen gerodet, so entsteht ein buntes Nutzungsmosaik. Die Umtriebszeit, also die Aufwuchsspanne bis zur Ernte, beträgt etwa 25 Jahre, im Hochwald dagegen etwa 80 Jahre.

Hans Seitz - ein profunder Kenner des Gebiets

Als profunder Kenner des Gebiets erwies sich Hans Seitz von der BN-Kreisgruppe Neustadt/Aisch, der die Gruppe aus Wunsiedel mehrere Stunden lang kompetent durch die besonderen Wälder am Steilabfall des Steigerwalds führte. Der Botaniker zeigte eine ganze Reihe von Besonderheiten, darunter Färberscharte, Elsbeere, Diptam („Feuerbusch“) und Purpurblauer Steinsame. Besonders interessant waren auch die Raupen des Schwammspinners, die an zahlreichen Stieleichen in einem alten Hutewald entdeckt wurden.

Weinanbau in Franken

Der Rückweg führte in eine Weinanbaugebiet und zu einem freundlichen Winzer, der es sich nehmen ließ, die Exkursionsgruppe mit seiner Köstlichkeit zu bewirten.

Freilandmuseum Bad Windsheim

Ein Besuch im Freilandmuseum Bad Windsheim rundete einen gelungen Tag ab, der neben neuen Erkenntnissen auch den Zusammenhalt der Kreisgruppenführung vertiefte.