„Leuchtturmprojekt der Energiewende“

BN begeistert von Konzept des Biomasse-Heizwerks Wunsiedel.

Die Kreisgruppe Wunsiedel hat das neue Biomasse-Heizwerk im Industriepark Holenbrunn besichtigt. Für den BN, der sich der Philosophie „Aus der Region, für die Region“ verschrieben hat, stellt das moderne Heizkraftwerk mit Pelletproduktion ein vorbildliches Beispiel „realisierte Energiewende“ dar. BN-Kreisvorsitzender Fred Terporten-Löhner lobte das Projekt bei der Begrüßung der gut 40 Teilnehmer als „echtes Leuchtturmprojekt für die  Region.“

In einem kurzen Abriss stellte Marco Krasser, Geschäftsführer der SWW Wunsiedel und der WUN Bioenergie GmbH, das Biomasse-Heizkraftwerk als wichtigen Baustein des „Wunsiedler Weges“ vor. „Wir wollen eine nachhaltige, kostengünstige und umweltschonende Energieversorgung“, betonte der Experte.

Ein entscheidender Aspekt sei, dass das Projekt in die Region passe. In dem Biomasse-Heizwerk werden pro Jahr 14.000 Tonnen Holzhackschnitzel aus heimischen Wäldern verarbeitet, führte Krasser aus. Daraus werden etwa sechs Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt, was dem Bedarf von 2000 Haushalten entspricht.

Quasi als Nebenprodukt fallen im Jahr 16 Millionen Kilowattstunden an Wärmeenergie an.  „Diese Abwärme wird zur Trocknung von Holzspänen eingesetzt, aus denen anschließend Holzpellets gefertigt werden. Es sind rund 100 Tonnen pro Tag, so um die 35.000 Tonnen pro Jahr“, so Marco Krasser. Die Pellets werden in Dorfheizungen wie in Breitenbrunn und anderen dezentralen, kommunalen und privaten Heizanlagen verfeuert. Damit kann der Wärmebedarf von 7.000 Haushalten gedeckt werden. „Das Innovative an unserem Konzept ist das Prinzip der „kalten Fernwärme“, erklärte der Experte. Durch die Pellets, die vor allem aus Holzspänen vom GELO-Holzwerk in Weißenstadt gepresst werden, wird die Bioenergie speicherbar und leicht zu transportieren. Damit wird ein wesentliches Problem der regenerativen Energien gelöst, so Marco Krasser.

Nach der Einführung wurden zwei Gruppen gebildet, die dann von Betriebsleiter Thomas Ködel und Marco Krasser engagiert und kompetent durch das Heizkraftwerk und die Pelletieranlage geführt wurden. Die zahlreich erschienenen BN-Mitglieder zeigten sich beeindruckt und begeistert von dem schlüssigen Konzept des Heizwerkes und der technischen Innovation der Hightech-Anlage.

Herzstücke des Heizwerks sind „Safira“, der Hackschnitzelkessel und die ORC-Turbine, deren elektrische Leistung bei 0,8 MW liegt. Die nutzbare thermische Leistung des Heizkraftwerks liegt bei 3,2 Megawatt. Eine Besonderheit am Pelletswerk ist ein möglicher Schwarzstart durch das installierte Erdgas-Blockheizkraftwerk. „Wenn das öffentliche Stromnetz zusammenbricht, wären wir in der Lage, das Anfahren des Kraftwerks aus eigener Kraft zu schaffen“, führten Ködel und Krasser aus. Fazit der Experten: Eine Moderne Anlage, innovative Technologie, hoher Qualitätsstandart, zehn neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region. Bund Naturschutz-Kreisvorsitzender Fred Terporten-Löhner bedankte sich herzlich für die „überzeugenden und authentischen Ausführungen“  von Marco Krasser und Thomas Ködel und überreichte ein kleines Geschenk.