Ein herrlicher Herbsttag in grandioser Vulkanlandschaft
Naturkundliche Wanderung des BN findet große Resonanz

Es war ein goldener Herbsttag. Die Sonne tauchte die herbstliche Landschaft in schönstes Licht und erlaubte weite Sichtbeziehungen.

Etwa 40 Männer, Frauen und Kinder waren der Einladung des Bundes Naturschutz (BN) zur naturkundlichen Herbstwanderung in der Kemnather Basaltkuppenlandschaft gefolgt. Karl Paulus, BN-Kreisgeschäftsfüher in den Landkreisen Tirschenreuth und Wunsiedel, freute sich bei der Begrüßung über die große Resonanz und den guten Zusammenhalt der Naturschützer über die Kreis- und Bezirksgrenze hinweg.

Paulus versprach einen Naturgenuss mit allen Sinnen bei der Führung durch diese „grandiose Kulturlandschaft“ mit Armesberg, Anzenstein, Schlossberg und Rauhem Kulm. Die bunte Verfärbung der Laubblätter sei ein prachtvolles Phänomen der Natur, hervorgerufen durch den Abbau des Blattgrüns Chlorophyll und das Hervortreten der Farbstoffe Carotinoide, Xanthophylle und Anthocyane.

Werner Schubert erklärt den Teilnehmern die Besonderheiten der Kemnather Basaltkuppenlandschaft
Blick über Waldeck hinweg zum Rauhen Kulm
Die Exkursionsgruppe am Kühberg
Vom Schlossberg ins mesozoische Naab-Hügelland (rechts der Rauhe Kulm)
Vom Schlossberg ins Fichtelgebirge (rechts der Armesberg, links der Anzenstein)

Dann übernahm Werner Schubert die Leitung der Gruppe. Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz hatte eine etwa 15 Kilometer lange Exkursionsroute vorbereitet. An einem sonnendurchfluteten Waldrand, der einen herrlichen Blick vom Armesberg zum Rauhen Kulm freigab, erklärte Werner Schubert die Entstehung der Basaltkuppen, welche diese „besondere Kulturlandschaft in der nördlichen Oberpfalz" prägen. Die markanten Basaltberge seien das Produkt eines rund 20 Millionen alten Vulkanismus. Über tausend Grad heißes Magma stieg in Verwerfungsspalten der Erdkruste auf. Als das Grundwasser erreicht wurde, kam es immer wieder zu einem explosionsartigen Verdampfen des Wassers. Im Laufe der Zeit erkaltete der Magmenstrom und verfestigte sich zu vulkanischem Gestein. Schließlich verwitterte das weichere Gestein der Umgebung und der Vulkanschlot wurde als Basaltpfahl heraus präpariert. Demzufolge handle es sich um Vulkanruinen, die obersten Stockwerke seien längst abgetragen worden.

Am Fuße des Kühbergs genossen die Teilnehmer die herrliche Sicht über die Dachlandschaft des Marktes Waldeck zum Schlossberg und Rauhem Kulm. Karl Paulus erinnerte dabei an die harte Auseinandersetzung um die Umgehung von Waldeck. Mit dem Bau der Nordumgehung sei eine „gute Lösung“ gefunden worden. Der BN habe entscheidend beigetragen, dass die „zerstörerische Südumgehung“ verhindert werden konnte.

Auf dem Schlossberg angekommen würdigten Schubert und Paulus die Bedeutung dieser “historischen Kulturlandschaft“ für den Arten- und Biotopschutz. Durch die spezifischen Eigenschaften des Basalts wie Mineralreichtum und hohe Wärmekapazität des Bodens würden auf den Basaltbergen anspruchsvolle Pflanzen mit höheren Boden- und Wärmeansprüchen vorkommen. „Von besonderer Bedeutung sind die Magerrasen an den Süd- und Westhängen des Schlossbergs“, so Karl Paulus. Werner Schubert hob den Orchideenreichtum hervor und verwies auf eine botanische Exkursion im nächsten Juni.

Startpunkt Armesberg
Der Waldecker Schlossberg
Beweidung unterstützt die Biotoppflege des BN

Über den Südhang des Schlossbergs und Lettenmühle führte die Wanderung schließlich nach Hahneneggaten, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Weiter ging es auf steilen Pfaden nach Zwergau, über „Zistler“ und „Helmes“ nach Godas und schließlich wieder zurück zum Armesberg. Immer wieder gab es dabei grandiose Blickbeziehungen hinüber zum Fichtelgebirge, Steinwald , Oberpfälzer Wald und ins Kemnather Land. Die Teilnehmer dankten Werner Schubert für die lehrreiche Führung durch eine „spektakuläre Landschaft“ an diesem goldenen Oktobertag.