MenuKreisgruppe WunsiedelBUND Naturschutz in Bayern e. V.

„Arche Noah der Heimatnatur“

Eine der schönen Seiten der Arbeit der BN-Kreisgruppe Wunsiedel ist die Pflege unserer Heimatnatur. Für die Mitwirkenden ist es eine manchmal sehr schweißtreibende, aber auch erfüllende Arbeit. Es ist immer wieder ein Genuss zu sehen was sich durch die zielgerichteten Pflegemaßnahmen einwickelt. Juwelen in der vielfältigen Landschaft des Fichtelgebirges.

Artenvielfalt und Biotoppflege im Fichtelgebirge

Günther und Inge Heinrich, Claudia Zeus, Dieter Kammerer, Karl Paulus, Klaus Glinski

Artenvielfalt und Biotoppflege im Fichtelgebirge

Tausende Blüten des Breitblättrigen Knabenkrautes

Artenvielfalt und Biotoppflege im Fichtelgebirge

Ortstermin Basaltknock mit Claudia Zeus, Dieter Kammerer und Frankenpost-Redakteur Gerd Pöhlmann (rechts)

Artenvielfalt und Biotoppflege im Fichtelgebirge

Breitblättriges Knabenkraut

Artenvielfalt und Biotoppflege im Fichtelgebirge

Pechnelken-Wiesenhafer-Gesellschaft am Thiersteiner Basaltknock

Artenvielfalt und Biotoppflege im Fichtelgebirge

Die seltene Mondraute Botrychium lunaria

30.05.2018

Pressetermin 30.05.2018, Oberweißenbach-Thierstein

Claudia Zeus, stellvertretende Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz
Karl Paulus, Naturschutzexperte des BN
Klaus Glinski, Dieter Kammerer, Günther Heinrich mit Ehefrau Inge: Aktivisten der BN-Kreisgruppe

BN stellt seine vielfältige Naturschutzarbeit vor Ort vor,
unauffällig aber wirksam

„Wir wollen heute mal unsere permanente Arbeit im Arten- und Biotopschutz in Erinnerung bringen“, betont Claudia Zeus, die stellvertretende Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz bei einem Pressetermin draußen in herrlicher Natur. „Ganz im Gegensatz zu öffentlichen Auseinandersetzungen wie um die Papierfabrik am Plärrer ist das eine eher ruhige, aber sehr wichtige und qualifizierte Arbeit zum Schutz und Erhalt unserer Natur.“

50 Einzelbiotope mit 50 Hektar Fläche betreut die BN-Kreisgruppe Wunsiedel

„Der BN betreut im Landkreis Wunsiedel ein ökologisches Netz mit 50 Einzelbiotopen“, erklärt Naturschutzexperte Karl Paulus, der für die fachliche Arbeit des BN verantwortlich ist. Es handelt sich um 37 Ankaufsflächen, 9 Pachtflächen und mehrere Betreuungsflächen mit insgesamt über 50 Hektar Fläche. „Das sind 70 Fußballfelder, eine große Verantwortung.“ Das ökologische Netz des Naturschutzverbands besteht aus Orchideenwiesen mit seltenen Knabenkräutern, artenreichen Blumenwiesen mit Pechnelken, Arnika und Glockenblumen, ökologisch wertvollen Teich- und Moorgebieten sowie schutzwürdigen Biotopen im Grünen Band des bayerisch-böhmischen Grenzstreifens. „Unsere Biotope sind eine wahre „Arche Noah der Heimatnatur“. Sie beherbergen botanische Kostbarkeiten wie Mondraute, Sonnentau und Sumpfschlangenwurz oder vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie Braunkehlchen, Eisvogel und Schwarzstorch. Über BN-Biotopen gaukeln seltene Schmetterlinge wie der Violette Feuerfalter und der Hochmoor-Perlmuttfalter, oder seltene Libellen wie die Gebänderte Heidelibelle und die Große Moosjungfer.

Ökologisches Netz für den Artenschutz im Fichtelgebirge

„Wir arbeiten unermüdlich daran, dieses ökologische Netz in einem für den Artenschutz guten Zustand zu halten“. Biotoppflege lautet das Schlüsselwort.
So müssen Orchideenwiesen gemäht und abgeräumt und Teiche und Tümpel immer wieder ausgeholzt werden. Denn sonst würde sich rasch ein Wald entwickeln. Eine zeitaufwendige, aber für den Artenschutz sehr wichtige Arbeit ist die Betreuung und Pflege von mehr als einem Dutzend Teichen, die sich im Eigentum des Bundes Naturschutz befinden. Immer wieder müssen Zu- und Abläufe hergerichtet werden, Gehölze ausgeschnitten, Dämme gemäht oder der Fischbesatz reguliert werden. Mehrere ökologisch wertvolle Moorteiche halten wir gezielt fischfrei. „Das sind kleine Paradiese für Amphibien und Libellen.“ In anderen Teichen wiederum ist ein Fischbesatz sinnvoll, damit Fischadler, Fischotter und auch der wunderschöne Eisvogel genügend Nahrung finden.

Orchideenwiese in Oberweißenbach

In der basenreichen Moorwiese gedeihen mehrere vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten wie das seltene Sumpfherzblatt. Bemerkenswert ist die Massenentwicklung des Breitblättrigen Knabenkrauts, das heuer zu mehreren Tausenden „sagenhaft blüht“. Schon von weitem leuchten die rotvioletten Blütenstände der immer seltener werdenden Orchidee der Feuchtwiesen. „Diese Pracht ist die Ernte unserer umsichtigen Biotoppflegearbeit.“ Besonderer Dank an Klaus Glinski für die langjährige Betreuung des Wiesenkleinods seit 30 Jahren.

Blumenwiese am Basaltknock bei Thierstein

Pechnelken, Margeriten, Glockenblumen und Habichtskräuter bilden einen herrlichen Frühsommeraspekt. Über der Magerwiese gaukeln Bläulinge und Heufalter. Es handelt sich um eine Pechnelken-Wiesenhafer-Gesellschaft, eine relativ seltene Magerwiese auf Basalt. Karl Paulus freut sich, dass er hier vor einigen Tagen mehr als 60 Exemplare der seltenen Mondraute entdeckt hat. Die Wiese gehört dem BN, wird aber von einem Landwirt gemäht, der dafür Fördermittel aus dem Vertragsnaturschutzprogramm erhält.

BN versucht wirtschaftliche Interessen und Naturschutz in Einklang zu bringen

Aber: Die positive Entwicklung in den BN-Biotopen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation des Artenschutzes sehr kritisch ist. Auch wenn es im Fichtelgebirge etwas besser aussieht als in anderen Regionen: Die Hälfte unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten ist vom Aussterben bedroht. Auch bei uns sind die Auswirkungen des Insektensterbens bereits spürbar. Immer wieder beklagen Politiker einen „übertriebenen Naturschutz“, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. Deshalb ist eine enge Zusammenarbeit des Bund Naturschutz mit den Kommunen und Behörden unverzichtbar.