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Fauna+Flora des Fichtelgebirges

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Wespen im Spätsommer: Lästig für uns und wichtig für die Natur

Wir zeigen, wie ein friedliches Miteinander mit den geschützten Insekten gelingt und worauf man im Umgang mit ihnen achten sollte.

18.08.2026

Wegen des warmen und trockenen Wetters der letzten Wochen sind auch im Fichtelgebirge wieder viele Wespen unterwegs. Die Kreisgruppe Wunsiedel des BUND Naturschutz erklärt, wie man mit den ungebetenen Gästen am besten umgeht und welche wichtige Rolle sie für die Natur spielen.

Bestäuber, Schädlingsbekämpfer, Vogelfutter

Wespen leisten mehr für unsere Umwelt, als die meisten Menschen ahnen. Weltweit bestäuben sie rund 1.000 Pflanzenarten, 164 davon werden ausschließlich von Wespen befruchtet. Ohne Feigenwespen gäbe es zum Beispiel keine Feigen: Fast alle 850 Feigenarten hängen von dieser einen Wespengruppe ab.

Noch wichtiger ist ihre Rolle als natürliche Schädlingsbekämpfer. Ein einziges Wespenvolk vertilgt täglich zwischen 500 und 2.000 Gramm Insekten, darunter Blattläuse, Mückenlarven und Fliegen, um seine Brut zu ernähren. Das senkt den Bedarf an Pestiziden in Landwirtschaft und Garten spürbar. Wespen selbst sind zudem Nahrung für Vögel, Fledermäuse und andere Insektenfresser: Fällt ein Glied in dieser Kette weg, spürt das die ganze Nahrungskette.

Von den 562 heimischen Wespenarten sind 255 gefährdet, weil ihre Lebensräume verschwinden. Wer ihnen mit Respekt statt mit Gift begegnet, schützt damit ein Stück Insektenvielfalt, das im Ökosystem an vielen Stellen fehlt, wenn es nicht mehr da ist.

Nur zwei Arten mögen unser Essen

„Nur zwei der elf mitteleuropäischen Wespenarten trauen sich an unsere gedeckten Tafeln: die Gewöhnliche Wespe und die Deutsche Wespe“, erklärt Johanna Machala vom BUND Naturschutz Wunsiedel. „Der Rest hat mit unserem Essen nichts am Hut. Diese Arten ernähren sich von Nektar, Pollen und Pflanzensäften und bestäuben dabei Pflanzen. Für den Nachwuchs vertilgen sie Fliegen, Mücken, Motten oder Spinnen und sind damit ein wichtiger Teil natürlicher Nahrungsnetze. Gerade angesichts des dramatischen Insektensterbens sollten wir ihnen mit Respekt und keinesfalls mit Gift begegnen.“ 

Praktische Tipps für den Alltag

Diese einfachen Maßnahmen helfen, Wespen gar nicht erst anzulocken und Begegnungen entspannt zu halten:

  • Speisen und süße Getränke abdecken oder verschließen.
  • Bei Kindern klebrige Finger und Münder zügig abwischen.
  • Ein Stück überreifes Obst als Ablenkfütterung an eine andere Stelle im Garten legen, das lockt die Tiere vom Tisch weg.
  • Aufgeschnittene Zitrusfrüchte mit Gewürznelken spicken und auf den Tisch stellen: Den Geruch mögen Wespen nicht.
  • Fliegennetze an Fenstern und Türen anbringen, damit die Tiere gar nicht erst ins Haus kommen.
  • Auf stark parfümierte Körperpflegeprodukte und auffällig bunte Kleidung verzichten, beides zieht Wespen an.
  • Ruhig bleiben und hektische Bewegungen vermeiden, sie versetzen die Tiere in Alarmbereitschaft.
  • Nicht wegpusten: Das ausgeatmete CO2 wirkt auf Wespen als Alarmsignal.
  • Nicht nach Wespen schlagen oder wild mit der Hand herumwedeln.
  • Dreiste Ruhestörer notfalls mit Wasser aus einer Sprühflasche vertreiben.
  • Nicht am Nest herumhantieren und die Flugbahn der Tiere nicht dauerhaft blockieren.

„Wespen haben nicht die Absicht zu stechen, sie wehren sich aber, wenn sie sich bedroht fühlen. Oder man beobachtet einfach, wie geschickt sie sich ein kleines Stück aus der Tafel herausoperieren“, so Johanna Machala.

Und es sei ihnen gegönnt: Was für uns nur die letzten Sommerwochen sind, sind für die Wespen die letzten Tage ihres Lebens. Nur die jungen, begatteten Königinnen überwintern. Erst im nächsten Sommer schlüpft ein neues Volk.

Wespen am Haus

Nur wenige Arten bauen große Nester an Gebäuden. „In den allermeisten Fällen ist die Angst vor Wespen unbegründet. Hornisse, Rote Wespe, Sächsische Wespe, Feldwespen und viele andere Arten sind friedliebende Tiere. Sie zu bekämpfen ist unnötig und verboten. Vor einer Bekämpfung am Haus müssen deshalb Fachleute vor Ort beurteilen, um welche Art es sich handelt. Die Giftspritze gehört, wenn überhaupt, in professionelle Hände“, so Machala. Fachkundige Hornissen- und Wespenberater vermittelt die Untere Naturschutzbehörde.

Weitere Tipps zum Umgang mit Wespen gibt es hier

Wer die häufigsten Arten sicher unterscheiden und mehr zum richtigen Umgang mit Nestern erfahren möchte, findet das im BN-Ökotipp-Flyer „Wespen verstehen“ zum Download.