MenuKreisgruppe WunsiedelBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Der Bund Naturschutz und die Lebensräume der Tiere und Pflanzen im Fichtelgebirge

Mitteleuropa: Einst flächendeckend Wald - dann vielfältige Kulturlandschaft - heute großflächige Agrarwüste.

Bis eine Umkehr im Bewusstsein der Verantwortlichen erfolgt,
bleibt den Naturschutzverbänden nur der Versuch möglichst viele Lebensräume, möglichst lange zu erhalten
.
Link zu den Biotopen des BN im Landkreis Wunsiedel.

Unter diesem Aspekt sind die Übernahme von schützenswerten Gebieten und die daraus resultierenden Pflegemaßnahmen, welche die Bund Naturschutz Kreisgruppe Wunsiedel im Landkreis den unterschiedlichsten  Lebensräumen angedeihen lässt gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Erfreuen Sie sich also an den auf unseren Seiten präsentierten Bildern von Lebensräumen, Pflanzen, Tieren und BN-Biotopen ohne dabei zu vergessen, dass viele davon in absehbarer Zeit so nicht mehr existieren werden.

Die Schlagworte „Nachhaltigkeit“ und „Erhalt der Biodiversität“ müssen endlich umgesetzt werden und die bislang dominante und gelebte Profitsucht ersetzen.

Die Artenvielfalt (Biodiversität)
ist im Fichtelgebirge (noch) gegeben,
aber auch hier sehr gefährdet.

Geschichtliche Entwicklung

Einstmals war Mitteleuropa weiträumig von struktur- und artenreichen Mischwäldern bedeckt. Andere natürliche Lebensräume waren Mangelware. Als Freiflächen waren hauptsächlich Gewässer, großflächige Moore (vorallem in Norddeutschland) und Blockschutthalten vorhanden. Oberhalb der natürlichen Baumgrenze gab es ebenfalls keinen Wald.  Auch der Biber war schon aktiv und schuf sich entlang der Fließgewässer seinen Lebensraum selbst, die sogenannten Biberwiesen.

Geschlossene Waldgebiete waren einstmals vorherrschend.
Nur z.B. auf Mooren und Blockhalden
konnte der Wald nicht Fuß fassen.

Entstehung unserer Kulturlandschaft

Über Jahrtausende hinweg entstand durch Menschenhand die heutige Kulturlandschaft. Durch Rodungen, Ackerbau und Viehzucht, Besiedelung und Wegebau, durch Abbau der Bodenschätze entstanden vollkommen andere Lebensräume und Lebensformen. Die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen wuchs über einen sehr langen Zeitraum. Dabei bestimmte sehr oft die Art der Nutzung die Entwicklung der Lebensräume. Die Häufigkeit der Mahd, die Art der Beweidung, das Entfernen von Biomasse, die Düngung und viele weitere Faktoren legten fest, wie sich ein Lebensraum entwickelte.

In atemberaubender Schnelligkeit gelingt es dem Menschen heute die Artenvielfalt (Biodiversität) zurück zu drängen. Monokulturen in Feld und Wald, der Einsatz von Pestiziden, Versiegelung der Landschaft durch Straßenbau und Erweiterung der Besiedelung sind die Hauptursachen dafür, dass heute viele Tier- und Pflanzenarten verschwunden sind oder nur noch auf kleinen Inseln existieren, wie den Biotopen der BN-Kreisgruppe Wunsiedel.

Durch Mahd und Beweidung halten sich Freiflächen und es entwickeln sich Naturlebensräume zu Kulturlebensräumen.
Der gleiche Effekt entsteht durch den Abbau von Erden und Gesteinen.

Entwicklung der Artenvielfalt (Biodiversität)

Im Zuge der Neuschaffung von Lebensräumen nahmen die Artenzahlen lange Zeit stark zu, Offenlandarten und Waldarten bildeten ein großes Artenreservoire. Die vorhandenen Lebensräume (Naturlebensräume und Kulturlebensräume) bildeten ein vernetztes und verzweigtes Geflecht von Ökosystemen, ein Mosaik des Lebens.

Dieses vielfältige und bunte Mosaik an Lebensräumen ist nun wieder stark im Rückgang begriffen, viele Lebensräume sind mittlerweile stark gefährdet.

Die Ursache liegt  darin, dass viele alte Nutzungsformen verschwunden sind und mit ihnen die davon abhängigen Lebensräume. Wo nicht mehr beweidet wird, kann eben auch keine Hutweide erhalten bleiben. Wo keine Schafherden mehr im Trockenrasen weiden, verbuscht das Gelände, der Wald kehrt zurück.

Eine bunte Blumenwiese (extensiv genutzte Magerwiese) in BN-Pflege und
eine intensiv genutzte, artenarme Fettwiese stehen sich hier gegenüber.