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Artenvielfalt im Fichtelgebirge

Ein Beitrag von Ronald Ledermüller - Naturpark Fichtelgebirge

Auerhühner kommen in Bayern nur noch im Fichtelgebirge, dem Bayerischen Wald und in den Alpen vor. Vor allem im Winter brauchen diese beeindruckenden Vögel dringend Ruhe vor dem Menschen.

Im Naturpark Fichtelgebirge leben viele zum Teil selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Alleine über 400 Arten, die auf den Roten Listen der bedrohten Arten geführt werden, sind im Fichtelgebirge heimisch.

Wollen sie mehr über den Naturpark Fichtelgebirge wissen?
Dann hier:
www.naturpark-fichtelgebirge.org

Tier- und Pflanzenarten müssen wandern und sich ausbreiten können, um neue Lebensräume zu erschließen, ...

Gartenschläfer leben vor allem im Bereich rund um die felsreichen Gipfelregionen des Fichtelgebirges. Für den Erhalt dieser Art haben die deutschen Mittelgebirge eine besondere Verantwortung, weil diese Tiere hier europaweit ihr Hauptvorkommen haben.

 

... um sich mit anderen Populationen genetisch auszutauschen oder um ungünstigen Klimabedingungen ausweichen zu können. Dabei kommt dem Fichtelgebirge eine ganz besonders wichtige Funktion zu:
Wie ein Knoten verbindet das Fichtelgebirge die Mittelgebirge Europas, vom Riesen- und Erzgebirge im Osten über die Fränkische und Schwäbische Alb bis in die Westalpen und vom Harz über den Thüringer Wald im Norden weiter über den Oberpfälzer und den Bayerischen Wald bis in den östlichen Alpenbogen und die Karpaten.
Tiere, die an ruhige zusammenhängende Waldgebiete angewiesen sind und wandern wollen, kommen also automatisch irgendwann durch das Fichtelgebirge. So wie zuletzt der Wolf aus den östlichen Bundesländern oder auch die Wildkatzen, die in den vergangenen Jahren im Fichtelgebirge nachgewiesen wurden und die vermutlich aus dem Spessart oder den Haßbergen stammen.

Ähnliches gilt für die Gewässer.

Der Fischotter ist ein schneller und geschickter Jäger. An der Eger findet der elegante Wassermarder die Ruhe, die er zum Leben braucht.
Die Wasseramsel kann tauchen und unter Wasser auf dem Boden des Baches laufen. Nur in absolut klarem Wasser findet sie hier ihre Nahrung, Insektenlarven und anderes Kleingetier.

Vier bekannte Flüsse entspringen dem Fichtelgebirge und fließen in alle vier Himmelsrichtungen: der Main zum Rhein, die Naab zur Donau, Eger und Saale zur Elbe.
Sie verbinden damit drei europaweit bedeutende Flussgebiete und stellen eine Verbindung her von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer. Somit gibt es keinen anderen Punkt in Europa an dem sich Wasserlebewesen aus teilweise so unterschiedlichen Populationen so nahe kommen können, wie im Fichtelgebirge. Hier leben Donaubiber nur wenige Kilometer neben den Elbebibern, einer genetisch eigenständigen Population. Gleiches gilt für manche Fischarten. Früher waren die Oberläufe der zahlreichen Flüsse und Bäche im Fichtelgebirge wichtige Laichgründe für viele Fischarten, sogar Lachse wurden hier gefischt. Und wenn die Fischotter aus der Elbe nach Jahrhunderten wieder mit ihren Verwandten in Westeuorpa Verbindung aufnehmen wollen, dann führt der kürzeste Weg von Russland nach Luxemburg über das Fichtelgebirge. Hinzu kommen im Fichtelgebirge einzigartige und seltene Lebensräume, in denen nur Spezialisten überleben können. Moore und Felsblockmeere beispielsweise, in denen manche Tier- oder Pflanzenart seit der letzten Eiszeit vor rund 12000 Jahren wie auf einer Insel überdauern konnte.

Das Fichtelgebirge ist somit ein wichtiger Kreuzungspunkt der Artenvielfalt. Ist diese Kreuzung versperrt, dann ist das für die Artenvielfalt in Mitteleuropa ein Problem. Deshalb ist die Grünbrücke bei Schönwald ein wichtiges Tor, das sich nun nach der Fertigstellung vor allem für weitwandernde Tierarten zwischen Ost und Westeuropa wieder öffnet.

Artenvielfalt im Fichtelgebirge

Der Sperlingskauz ist die kleineste Eulenart der Welt. Weil er sich vor seinen größeren Verwandten in Acht nehmen muss, geht er lieber noch vor Sonnenuntergang oder erst in der Morgendämmerung auf die Jagd. Oder er sonnt sich wie hier am Ufer des Karchesweihers auf einem Fichtenzweig.
Die Bestände des Schwarzstorches haben in den letzten Jahren erfreulicherweise wieder zugenommen. Tief im Wald versteckt bauen die scheuen Vögel ihre riesigen Nester. Nachdem sie den Winter südlich der Sahara verbracht haben, kehren sie jedes Jahr hierher zurück. In Mooren, Feuchtwiesen und Bachauen gehen sie auf Nahrungssuche.
Der Rothirsch ist die größte Wildtierart, die es in Deutschland noch gibt. Die Lebensräume der Hirsche sind durch Straßen und Siedlungen sehr eingeschränkt. Die Grünbrücke bei Schönwald wird es auch dieser Tierart zumindest zum Teil wieder ermöglichen, ihrem natürlichen Wanderungsverhalten zu folgen.
Dem Luchs will der Naturpark-Fichtelgebirge mit Fotofallen auf die Schliche kommen. Vielleicht gelingt es noch, ein Bild dieser seltenen Großkatzen zu ergattern.
Rebhuhn: Früher war die Fichtelgebirgslandschaft reich an Hecken und Feldrainen, Rüben- und Kartoffeläckern. Das war ein guter Lebensraum für Rebhühner. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft hat sich die Landschaft stark verändert. Bei Arzberg und Schönbrunn bemühen sich Jäger und Landwirte gemeinsam, den Lebensraum für Rebhühnern zu erhalten.
Der Fichtenkreuzschnabel ist besonders hart im nehmen: er beginnt schon jetzt im Winter mit der Brut und der Aufzucht seiner Jungen. Von seiner Leibspeise, den Fichtensamen findet er auch in der kalten Jahreszeit genug. Sein Schnabel ist so eigenartig geformt, dass er die Samen aus den Fichtenzapfen heraus pulen kann.