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Fauna+Flora des Fichtelgebirges

Ackerwildkrautfluren - Lebensraumbeschreibung aus dem ABSP

Ackerwildkräuter sind natürliche Begleiter der Kulturpflanzen und damit Bestandteil der heimischen Flora.


Nur Pflanzen, die dem Bewirtschaftungsrhythmus angepasst sind, können auf den immer wieder bearbeiteten Böden gedeihen. Entscheidend für die Ausbildung einer bestimmten Ackerbegleitflora sind zum einen Standortbedingungen wie Bodenart, Säuregrad, Nährstoffgehalt und Bodenfeuchte, zum anderen Art und Weise sowie Zeitpunkt der Bodenbearbeitung.

Bedingt durch die regelmäßige Bearbeitung des Bodens und ihrer stets neuen Lockerung und Öffnung werden vor allem zwei Artengruppen unterschieden:

  • Therophyten, das sind raschwüchsige, einjährige Arten, die in kurzer Zeit zu blühen und zu fruchten vermögen und ungünstige Zeiten so als Samen überdauern (sogenannte Samenwildkräuter wie z. B. Mohn- und Kamillenarten).
  • Pflanzen, die mit unterirdischen Speicherorganen die Bearbeitungsphase zu überstehen vermögen oder Pflanzen mit unterirdischen Ausläufern wie Quecke, Ackerkratzdistel oder Ackerschachtelhalm, die durch Zerreißen ihrer Speicherorgane noch vermehrt werden.

Die aus diesen Arten zusammengesetzten Wildkrautfluren gliedert man grob in Halmfruchtäcker oder Getreideackerfluren und Hackfruchtackerfluren.

  • Halmfruchtäcker umfassen die Wintergetreide (Weizen, Roggen, Gerste). In ihnen können sich Winterkeimer entwickeln, so dass die Bestände in der Regel artenreicher ausgebildet sind als die der Hackfruchtäcker. Das oft bunte Erscheinungsbild wird von Wildpflanzen geprägt, die ihre Herkunft, die innerasiatischen Steppen und die einjährigen Fluren des Mittelmeergebiets, mit den Vorfahren unserer Getreidesorten gemeinsam haben. Sie sind offenbar mit der Ackerbaukultur bei uns eingewandert und seit der Jungsteinzeit im Gebiet pollenanalytisch nachweisbar.
  • Hackfruchtäcker werden im Fruchtwechsel mit Wintergetreideanbau bestellt. Angebaut werden Kartoffeln, Rüben, Gemüse und Klee. Sie enthalten vor allem Wärmekeimer, zudem Pflanzen, die die oft vergleichsweise intensivere Pflege überstehen und meist stärkere Düngung vertragen. Aufgrund des rapiden Rückganges des Kartoffel- und Rübenanbaues im Fichtelgebirge sind die Ackerwildkräuter der Hackfruchtäcker ebenso zurückgegangen.

Genauso wie die Getreide-Begleitgesellschaften können die Hackfruchtackerfluren in basenarme und basenreiche Gesellschaften unterteilt werden. Charakteristische Ackerwildkräuter sind Ackerrittersporn, Ackersteinsame, Kornblume und Buntes Vergissmeinnicht.

Landkreisbedeutsame Tierarten ackerbaulich genutzter Gebiet sind Feldhase, Wachtel und Rebhuhn.