MenuKreisgruppe WunsiedelBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Moorwiese und Teich bei Oberweißenbach,


Während der Blütezeit im Juni breitet sich ein Teppich aus tausenden von Breitblättrigen Knabenkräutern  aus.
In der Zeit des Vogelzuges
ist es ein beliebter Rastplatz von Wiesenbrütern, wie dem Kiebitz. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein vom Landesbund für Vogelschutz angelegtes und betreutes Biotop, das sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt hat.
Ohne regelmäßige Mahd
würde sofort die Verbuschung beginnen. Auf dem sumpfigen Untergrund ist der Einsatz von schwerem Gerät jedoch nur sehr begrenzt möglich und deshalb verstärkt Handarbeit nach alter Art mit Rechen und Gabel verlangt.
Die Ortsgruppe Selb,
unter Leitung von Vorsitzender Inge Heinrich, entfernt das Mähgut von der Fläche. Die Vorarbeit, sprich die Mahd, wird vorher vom Betreuer dieses Biotopes, Klaus Glinski, geleistet.


Biotopbeschreibung / Pflanzengesellschaften

Ausgedehnter Niedermoorkomplex auf Kalksilikat in einem Wiesengrund bei Oberweißenbach.

Die langjährige Pachtfläche des BN (seit 1985, erneuert 1997) setzt sich aus drei Teilflächen zusammen:

Gut entwickelte, basische Kleinseggenwiese mit Herzblatt-Braunseggensumpf (Parnassio – Caricetum fuscae). Wiesenkleinod! Massenbestand des Breitblättrigen Knabenkrauts (Dactylorhiza majalis).

Oberhalb der Orchideenwiese schließen sich feuchte Hochstaudenfluren mit Mädesüß, Kohldistel und Wiesenknöterich an, dazwischen Fazies der bultigen Rispensegge (Carex paniculata).

Im Süden der Pachtfläche befindet sich ein naturnaher Teich, der nicht mit Fischen besetzt ist.  Etwa die Hälfte der Teichfläche ist verlandet: Schnabelseggenried, Rohrkolben-Röhricht und hohe Bulte der Rispensegge. Auf der Südseite des Teichs stocken 15 m hohe Birken und einige Salweiden.

Jährliche Pflegemaßnahmen

Ein kleines Beispiel für die Beharrlichkeit einzelner Biotoppfleger

Reine Mähzeit ca. 2,5 Stunden, dazu kommt noch eine gute Stunde mit der Motorsense für den am Rand stehenden Mädesüß-Dschungel. Mit Vorbereitungen (Schneidmesser schärfen, Benzin besorgen, 2-Takt-Benzin mischen, alles ein- und aufladen, Mäher auf dem Hänger sichern,...) kommen so locker fünf Stunden zusammen.

Das Ganze dann noch mal an der Moorwiese in Erkersreuth.

Das Einsatzgerät von Klaus Glinski ...
... und das Ergebnis nach 2,5 Stunden intensiver Mäharbeit

Die Mühe lohnt sich

Breitblättriges Knabenkraut, sonst eine Rarität ...
... an diesem Standort ...
... zu tausenden vorhanden.
Diese kleine Wasserfläche ist die Heimat vieler Libellenarten.

Bewohner und Gäste

Breitblättriges Knabenkraut.
Die Klimaerwärmung macht sich auch hier bemerkbar:
In 2009 wurden die ersten Blüten bereits Ende April registriert.

Braunkehlchen
Sumpfrohrsänger
Heidelibelle