MenuKreisgruppe WunsiedelBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Moosteich im Gemeindegebiet Höchstädt


Biotopbeschreibung / Pflanzengesellschaften

Brachliegender Teich südöstlich Höchstädt, der schon traditionell eine ausgedehnte Verlandungszone hatte.

Im Teichboden sind größere Bereiche von Sumpfblutauge (Potentilla palustris) und Teichschachtelhalm (Equisetum fluviatile) eingenommen, verzahnt mit Großseggenrieden (Carex vesicaria, Carex rostrata), lockeren Rohrkolben-Röhrichten (Typha latifolia) und Dominanzbeständen der Flatterbinse (Juncus effusus).

Auf der Westseite breiten sich Glanzgras-Röhrichte (Phalaridetum arundinaceae) aus, während sich auf der Südseite ausgedehnte Moosteppiche mit Torf- und Frauenhaarmoosen (Mooslerteich!) mit üppig Hundsstraußgras ausbreiten.

In diesem Bereich auch massive Gehölzsukzession mit bis zu 4 m hohen Kiefern und Birken.

Auf der Nord-, West- und Südseite ist der Mooslerteich eingerahmt von Gebüschen und bis zu 15 m hohen Bäumen (Aspe, Salweide, Birke u. a.).


Ein Traumbiotop des Bund Naturschutz - Die Kreisgruppe Wunsiedel erwirbt Moosteich in Gemarkung der Höchstädt

 

Das Gesamtprojekt hat einen Kostenumfang von 20.000 Euro. Der Ankauf selbst wurde von der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds aus Zweckerträgen der Glücksspirale zu 85 Prozent gefördert. Eine schöne Spende hat der BN von der „Community für Makrofotografie“ erhalten. Der Restbetrag wird aus Sammelgeldern unserer Haus- und Straßensammlung finanziert.


Der Bund Naturschutz hat sein ökologische Netz von Naturschätzen im Landkreis um ein weiteres Kleinod ergänzt. Die Kreisgruppe Wunsiedel im hat im Jahr 2011 den sogenannten Moosteich in der Flur „Hinterm Gericht“ im Südosten der Gemarkung Höchstädt erworben. Das 15.600 Quadratmeter große Flurstück war vorher bereits drei Jahr von der Hospitalstiftung Wunsiedel angepachtet.  Das Projekt ist eigentlich aus unserem Autobahn-Widerstand entstanden. Wir haben im Bereich der Trassen nach seltenen Arten geforscht und sind dabei auf dieses Traumbiotop gestoßen.

Der flache, nicht mehr teichwirtschaftlich nutzbare Moosteich weist ausgedehnte Röhrichte, Großseggenriede und Vermoorungen mit Sumpfblutauge, Torf- und Frauenhaarmoosen auf. Es handelt sich um besonders schutzwürdige Feuchtgebiets-Lebensräume. Durch das Brachfallen waren die schutzwürdigen Bereiche allerdings stark gefährdet. Pioniergehölze wie Weiden, Birken und Pappeln hatten bereits größere Flächen eingenommen. Aus naturschutzfachlicher Sicht war es dringend geboten, das Biotop zu sichern und gezielte Landschaftspflegemaßnahmen einzuleiten.

So wurde bereits der Gehölzaufwuchs im Teichboden zurückgeschnitten und ein Pappelgehöz auf der Südwestseite auf den Stock gesetzt. Dadurch kommt wieder mehr Licht in die  schutzwürdigen Feuchtbereiche. Das  Gehölz wird sich verjüngen und von unten her verdichten. Eine besonders wichtige Maßnahme war die Anlage von Tümpeln und Kleingewässern im Zuge einer Baggermaßnahme im März 2011.

Die "Aktiven der ersten Stunde" mit dem Kreisvorsitzenden Fred Terporten-Löhner (Dritter von rechts) nach einem Arbeitseinsatz im BN-Biotop Moosteich.

Biodiversität

Das Gebiet wird sich zu einem wertvollen Rückzugsgebiet für gefährdete Arten entwickeln.

Der Erhalt der Artenvielfalt (Biodiversität) ist eine vordringliche Aufgabe des Bundes Naturschutz. Im Zuge der Erfassung der BN-Biotope im Jahr 2010 hat Karl Paulus im Moosteich bereits zahlreiche gefährdete Arten nachgewiesen. So ist das Areal ein bedeutsamer Lebensraum der Knoblauchkröte. Schon mehrfach wurde der Schwarzstorch beobachtet. Über den Tümpeln fliegen besondere Libellen wie die Kleine Moosjungfer, die Schwarze und Blutrote Heidelibelle.  Auch gefährdete Heuschrecken wie Große Goldschrecke und Sumpfschrecke wurden bereits kartiert.  Ausgedehnte Bereiche werden von den gefährdeten Pflanzen Sumpfblutauge und Wasserschlauch, einer fleischfressenden Pflanze, besiedelt.

Naturschätze des BN

Der Moosteich ist unser vorläufig letztes Ankaufsprojekt, „weil wir die Betreuung unserer Biotope sonst nicht mehr schaffen“. Der BN betreut 50 Biotope im Landkreis mit insgesamt 56 Hektar Fläche. Es handelt sich großteils um relativ kleine, „aber sehr feine Biotope.“ Darunter befinden sich 34 Ankaufsflächen (53 Flurstücke) mit 33,7 Hektar Fläche, 10 Pachtflächen und sechs weitere Betreuungsflächen.

Die Aktivisten des BN haben bereits mehrere Arbeitseinsätze durchgeführt. Gehölze im Teichboden mussten weichen, um ein Zuwachsen der wertvollen Feuchtgebietslebensräume zu verhindern.
Baggern für die Natur. Der BN hat im Biotop insgesamt neun Tümpel und Kleingewässer gestaltet.
Fühlt sich wieder wohl im Moosteich: Die seltene Knoblauchkröte.

Die Aktivisten des BN haben bereits mehrere Arbeitseinsätze durchgeführt. Gehölze im Teichboden mussten weichen, um ein Zuwachsen der wertvollen Feuchtgebietslebensräume zu verhindern.
Baggern für die Natur. Der BN hat im Biotop insgesamt neun Tümpel und Kleingewässer gestaltet.
Fühlt sich wieder wohl im Moosteich: Die seltene Knoblauchkröte.