Verjüngungskur für eine BN-Hecke am Leimatbach bei Seußen

Pflanzung der Dornenhecke in Seußen vor 29 Jahren am 17.11.1984
Verjüngung/Auf-den-Stock-setzen ...
der BN-Hecke am Leimatbach bei Seußen

Bei ihrem letzten Arbeitseinsatz in diesem Jahr am 2. November bewiesen die Aktiven des Bundes Naturschutz einmal mehr ihre große Einsatzbereitschaft. Trotz des Dauerregens am Samstag waren elf freiwillige Helfer nach Seußen gekommen, um eine 1984 gepflanzte Dornenhecke am Leimatbach "auf den Stock zu setzen".

Dabei wurden die Sträucher (Weißdorn, Schlehe und Hasel) kniehoch abgesägt und das Geäst aus der Hecke entfernt, sodass sich die Hecke nun wieder verjüngen kann. Bei der beschwerlichen Arbeit im Gestrüpp von Weißdorn und Schlehen waren dabei:

Peter Weger, Dieter Bescherer, Dieter Kammerer, Inge und Günther Heinrich, Heinz und Peter Ziegler, Karl Paulus, Udo und Wilhelm Stangl und Fred Leidenberger. Beim ersten Einsatz in Seußen am 5. Oktober hatten zudem Beate Küspert, Jürgen Hecht, Heinz Lucka, Philipp Prell und Michael Weger kräftig mit Hand angelegt.

Bilanz Biotoppflege 2013

Schaffung von Pionierstandorten für das seltene Fettkraut im Quellsumpf Dörflas
Gehölzpflege ist harte Arbeit. Aktive des Bund Naturschutz setzen eine Hecke bei Seußen auf den Stock
Artenvielfalt durch Biotoppflege: Violetter Feuerfalter
Breitblättriges Knabenkraut

Der Bund Naturschutz kämpft dagegen an, dass Tiere und Pflanzen aussterben. Die Aktiven leisten ein großes Arbeitspensum.

Unermüdlicher Einsatz für die Artenvielfalt

Sie mähen Orchideenwiesen, lichten Feuchtflächen und Tümpel aus, betreuen eine Vielzahl von Biotopteichen und kümmern sich liebevoll um Nistkästen. Die gut 30 Biotop-Aktivisten des Bundes Naturschutz haben auch heuer wieder ein enormes Pensum abgeleistet. "Da kommen schon 2000 Arbeitsstunden zusammen", bilanziert Karl Paulus, Naturschutzexperte des BN und Leiter der Biotoparbeiten. Auch wenn der Druck auf unsere Heimatnatur groß ist, sei es durch den ungebremsten Strukturwandel in der Landwirtschaft, Fehlsteuerungen beim Ausbau der Windkraft, Infrastrukturmaßnahmen oder Freizeitaktivitäten. Wir arbeiten unermüdlich daran, das ökologische Netzwerk des Bundes Naturschutz mit 50 Biotopen im Landkreis in einem optimalen Zustand zu halten. Die Bewahrung der Arten- und Schöpfungsvielfalt ist ein zentrales Anliegen des BN.

Bereits im Juli haben die Aktiven des Bundes Naturschutz fünf ökologisch wertvolle Biotopwiesen in Vordorf, Erkersreuth, Oberweißenbach, Dörflas und Kleinwendern gemäht und abgeräumt. Der Lohn dieser Wiesenpflegearbeiten ist der Erhalt seltener Pflanzenarten im Fichtelgebirge wie Arnika, Fettkraut, Fuchsknabenkraut, Zweiblattorchidee und Sumpfherzblatt.

Auf mehreren Standorten in Thierstein, Arzberg und Wunsiedel haben wir den Riesenbärenklau und die Vielblättrige Lupine bekämpft, sogenannte Neophyten, um die heimische Flora zu schützen.

Auf zwei Standorten hat der Bund Naturschutz einen Bagger zur Biotopgestaltung eingesetzt. In der Tongrube Seedorf wurde eine Teilfläche abgeschoben, damit sich der Sonnentau und seltene Libellen wie der Kleine und der Südliche Blaupfeil wieder optimal ausbreiten können. Auch im Quellsumpf bei Dörflas hat der BN eine Teilfläche abschieben lassen. Dort sind  Pionierstandorte geschaffen worden für eine sehr seltene Pflanze im Landkreis. Es ist das Fettkraut (Pinguicula vulgaris), eine fleischfressende Pflanze. Diese "chirurgischen Biotopmaßnahmen" sind meist sehr erfolgreich, wie der häufige Nachweis der Großen Moosjungfer, eine sehr seltene Libellenart, in neu angelegten Moortümpeln bei Großwendern eindrucksvoll belegt.

Im Herbst sind sogenannte Gehölzpflegemaßnahmen in Seußen, Höchstädt und Weißenstadt durchgeführt worden. Immer wieder müssen wir Sträucher und Bäume in Biotopen entfernen, damit ökologisch wertvolle Lebensräume nicht völlig verbuschen.

Eine zeitaufwändige, aber für den Artenschutz äußerst effiziente Arbeit, ist die Betreuung und Pflege der mehr als ein Dutzend Teiche, die sich im Eigentum des Naturschutzverbands befinden. Immer wieder müssen Zu- und Abläufe gerichtet werden, Gehölze ausgeschnitten, Dämme gemäht und der Fischbesatz reguliert werden. Mehrere ökologisch wertvolle Biotopteiche hält der BN gezielt fischfrei. Das sind kleine Paradiese für Amphibien und Libellen. In anderen Teichen wiederum sei ein Fischbesatz sinnvoll, damit Fischadler und Fischotter genügend Nahrung finden.

Einsatzleiter Karl Paulus bedankt sich bei den Aktiven für den "riesigen Idealismus für die Heimatnatur". Einige BN-Aktivisten wie Klaus Glinski oder Peter Weger arbeiten ja das ganze Jahr in unseren Biotopen.

Voll des Lobes für die Aktiven sind natürlich auch die Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe, Fred Terporten-Löhner und seine Stellvertreterin Inge Heinrich: "Wir sind stolz auf unsere engagierte Naturschutztruppe".