Biber unsere wichtigsten Verbündeten, ...

... um den fortschreitenden Verlust bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu verhindern.

Keine zweite Tierart schafft anderen Pflanzen und Tierarten so viel Lebensraum. Vom Biber angelegte Feuchtgebiete sind viel artenreicher und kostengünstiger als jedes vom Menschen angelegte Biotop. In Zeiten der Klimaerwärmung ist der Wasserrückhalt durch den Biber unverzichtbar.

Die BN-Kreisgruppe eröffnete zu diesem Thema
am 30. Oktober die bis 22. November laufende
Biber-Ausstellung im Selber Rathaus "Die guten Geister des Wassers"

Zur Vernissage im Foyer des Selber Rathauses begrüßte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch BN-Mitglieder und Gäste zu einem Vortrag des BN-Biberberaters Horst Schwemmer.

Acht Schautafeln und ein per Kettensäge bearbeitetes Model aus Eichenholz sind das Anschauungsmaterial der Ausstellung. Damit soll die Bevölkerung über eine faszinierende Tierart informiert werden, die sich im Landkreis Wunsiedel gerade ausbreitet.

Wenn der Biber in der öffentlichen Diskussion erscheint, dann geht es häufig um irgendwelche Schäden an Bäumen, Ufern oder Teichen. Noch viel zu wenig bekannt ist der enorme Nutzen des Bibers für den Erhalt der Artenvielfalt an den Bächen und Flüssen. Die Leistungen des Bibers sind höher anzusehen, als die Schläden, die das Konflikttier" anrichtet.

Der europäische Biber, im Volksmund auch Meister Bocklet genannt, ist das größte Nagetier Europas. Er bewohnt Gewässer und Uferbereiche. Der Biber erreicht eine Größe bis zu einem Meter und eine Schwanzlänge von 35 Zentimetern. Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 23 und 30 Kilogramm. Der Biber hat ein dichtes Fell, 23.000 Haare pro Quadratzentimeter. Mit seiner enormen Beißkraft von 75 Kilopond pro Quadratzentimeter kann er stattliche Bäume fällen, um an die Rinde, seine Nahrung, zu gelangen. Castor fiber gehört nach der FFH-Richtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz zu den streng geschützten Tierarten.

BN-Biberberater Horst Schwemmer (mit Sohn Franz) an einem Biberbau an der Eger bei Marktleuthen.
Biberberater Horst Schwemmer erörtert mit Oberflussmeister Michael Fichtner die Notwendigkeit eines Biber-Managements im Landkreis Wunsiedel.
Wie ein großer Reisighaufen sieht ein typischer Biberbau im Fichtelgebirge aus. Der Eingang ist stets unter Wasser.