Bizarres Sandsteingebirge begeisterte. Bund Naturschutz auf Klausur in der Sächsischen Schweiz

Ausgangspunkt für die Ausflüge ...
in den
Erstes Ziel war der Wildstein ...
verbunden mit einer Kräftigung ...
und überwältigenden Ausblicken ...
auf die bizarre Landschaft

Einmal im Jahr führt der Vorstand der Kreisgruppe Wunsiedel des Bundes Naturschutz eine Klausur in einem besonders interessanten Gebiet durch. Dabei will man den „landschaftlichen Horizont“ erweitern, aber auch wichtige Umweltthemen der Fichtelgebirgsheimat in aller Ruhe beraten. Ziel der diesjährigen Klausurfahrt unter der Leitung von Kreisvorsitzendem Fred Terporten-Löhner war das unweit von Dresden gelegene Elbsandsteingebirge, auch Sächsische Schweiz genannt.

Das Gebiet ist charakterisiert durch stark zerklüftete, bizarre und spektakuläre Sandsteinformationen, die von ausgedehnten Wäldern eingerahmt werden. Die erste Exkursion des BN führte ins Kirnitzschtal bei Sebnitz, ein tief eingeschnittenes, wildromantisches Canyon-Tal, das wegen der Vielzahl ehemaliger Getreide- und Sägemühlen auch das „Tal der Mühlen“ genannt wird.

Gipfelstürmer mit stolz geschwelter Brust ...
und ruhigerem Puls am Ufer der Elbe.
Wer kennt sie nicht, die "Weiße Flotte".
Trotz Massentourismus ...
die Bastei bietet die grandiosesten ...
Ausblicke auf Märchenfelsen und Elbe.

Thomas Burian von der Nationalparkverwaltung gab kompetent Auskunft über die ökologische und kulturhistorische Bedeutung des Gebiets. An besonderen Arten nannte der Exkursionsleiter Bachforelle, Bachneunauge, Eisvogel, Fischotter und Schwarzstorch. Das naturnahe Tal ist von tiefen Erosionsrinnen durchzogen, verursacht durch episodische Sturzbäche nach Starkregen. Die natürliche Vegetation in dem Sandsteingebirge ist laut Burian ein Buchen-Eichenwald mit jeweils 40 Prozent Anteil. Allerdings ist die schnellwüchsige Fichte auch hier stark gefördert worden. Ziel der Forstwirtschaft ist nun, verstärkt Eiche und Weißtanne in die Bestände einzubringen, berichtete der Forstmann.

Ein großes Problem sind die stark überhöhten Wildbestände. Rotwild und vor allem Rehe mit Dichten von acht Stück auf 100 Hektar setzten den Wäldern stark zu. Als wirksamste Schutzmaßnahme hat sich laut Burian die Zäunung erwiesen. Der Nationalpark besteht aus einer Kernzone, in der keinerlei Forstwirtschaft stattfindet, einer Ruhezone als Puffer sowie einer Wirtschaftszone, in der normale Forstwirtschaft betrieben wird.

Nach eingehender forstwirtschaftlicher Information bestieg die Exkursionsgruppe die Sandsteinpartie des Wintersteins, der mit einer grandiosen Aussicht belohnte. Der Winterstein, ein kulturhistorisches Denkmal der Sächsischen Schweiz, war einst eine bedeutsame mittelalterliche Felsenburg und Verwaltungszentrum einer Grundherrschaft.

Bursian erklärte die Entstehung der spektakulären Sandsteinlandschaft vor 100 Millionen Jahren. Zuflüsse eines kreidezeitlichen Meeres lagerten über große Zeiträume hinweg Sande ab, welche sich durch großen Druck zu einer mächtigen Platte verfestigten. Die bizarren, mehrere 100 Meter hohen Felstürme wurden danach durch Erosionsvorgänge herauspräpariert. Ein weiteres tolles Gipfelerlebnis erlebte die Gruppe anschließend auf dem nahen Teichstein.

Bei der Klausursitzung am Abend stand das Thema Windkraft und Landschaftsschutz auf der Agenda der Naturschützer. Der Vorstand des BN bekräftigte, dass man klar für die Windkraft als wichtige Säule der Energiewende sei. Von entscheidender Bedeutung sei jedoch die sorgfältige Auswahl und Abstimmung der Standorte.

Am dritten Tag besichtigten die Naturschützer noch die spektakulären Felstürme der Bastei. Allerdings leidet deren Charme merklich durch den Massentourismus in diesem Bereich. Sichtlich beeindruckt von der bizarren Sandsteinlandschaft an der Elbe kehrten die Fichtelgebirgler schließlich wohlbehalten in ihr „Granitenes Hufeisen“ zurück.