„Für Hochwasserschutz und Artenvielfalt“

Michael Fichtner (rechts)
informierte über die
Renaturierungsmaßnahmen
im Eger- und Selbbachtal.

BN und LBV informierten über die Renaturierung von Auen bei Hendelhammer.

Der Regen machte eine Pause, als sich eine Exkursionsgruppe in den Auengebieten an der Eger und am Selbbach bewegte. Zu der gemeinsamen Veranstaltung hatten Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz eingeladen.

BN-Geschäftsführer Karl Paulus hob bei der Begrüßung hervor, dass sich die Wasserpolitik seit den 1980er Jahren grundlegend verändert habe. Nach einer langen Zeit der Kultivierung und Wasseraustreibung aus der Landschaft sei man seitens der Wasserwirtschaft zu einer Strategie der Wasserrückhaltung und Renaturierung übergegangen. Heute wolle man sehr positive Beispiele aufzeigen.

Die Leitung der Exkursion übernahm dann  Michael Fichtner, Oberflussmeister beim Wasserwirtschaftsamt Hof. Unter seiner Federführung wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen an der Eger oberhalb von Hendelhammer sowie im unteren Selbbachtal umgesetzt.

„Die renaturierten Auen sollen einmal so aussehen, als wäre es schon immer so gewesen“, formulierte Fichtner seinen hohen Anspruch. Durch die Anlage von Flutmulden, Altarmen, Auwäldern und Tümpeln würden nicht nur die Hochwässer gebremst und auf natürliche Weise in der Aue zurückgehalten. Auch für den Arten- und Biotopschutz enstünden wertvolle Biotope, erklärte Fichtner.

Die Exkursion führte durch buntblühende Staudenfluren mit Mädesüß und Gilbweiderich, zu einem Altarm an der Eger und neu entstandenen Auwäldchen. Als besondere Art in den Auewiesen wurde die Sumpfschrecke festgestellt. Auf besonderes Interesse der Teilnehmer stieß ein kleiner Feldweg im Egertal mit herrlich blühenden und duftenden Thymianteppichen.

Am Selbbach angekommen zeigte der Experte die Bedeutung sandig-kiesiger Bachabschnitte für die Gewässerökologie und Artenvielfalt auf. „Hier kommen Äsche und Grüne Keiljungfer vor“, freute sich Michael Fichtner. Ziel der Wasserwirtschaft sei es, einer Eintiefung des Selbbaches entgegenzuwirken und den Grundwasserspiegel in der Aue anzuheben.

Als die Exkursion anneu angelegten Kleingewässern in der Talrandsenke unweit des Brücken-Radweges ankam, beendete der einsetzende Dauerregen jäh den Naturgenuss in der herrlichen Auenlandschaft.