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Brückenradweg - Suche nach einer gemeinsamen Lösung

Pflege des Brückenradwegs bei Thiersheim. Die richtige Pflege der Böschungen entlang des Brückenradwegs hat vor einigen Wochen zu kontroversen Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt. Der Bund Naturschutz hatte das rigorose Mulchen im Bereich des geschützten Landschaftsbestandteils nördlich von Thiersheim kritisiert.

Brückenradweg Landkreis Wunsiedel

Beim Ortstermin am Brückenradweg auf Höhe des Galgenbergs (von links): Zweite Bürgermeisterin Ursula Schricker, Stefan Schürmann von der Naturschutzbehörde, Verwaltungsleiter Martin Rogler und Karl Paulus vom Bund Naturschutz.

16.08.2018

Gemeinde Thiersheim, Naturschutzbehörde und Bund Naturschutz ziehen an einem Strang

Am 16.08.2018 fand ein gemeinsamer Ortstermin mit Vertretern des Marktes Thiersheim und des Naturschutzes statt, um über die zukünftige Pflege an Ort und Stelle zu beraten. Mit von der Partie waren zweite Bürgermeisterin Ursula Schricker, Verwaltungsleiter Martin Rogler, Bauhofleiter Udo Illing, Stefan Schürmann von der unteren Naturschutzbehörde und Karl Paulus, Kreisgeschäftsführer des Bundes Naturschutz. Das Gespräch verlief in sehr freundlicher und konstruktiver Atmosphäre.

Reinlichkeit oder Kulturlandschaft?

Bürgermeisterin Ursula Schricker machte deutlich, dass sich die Kommune bei der Pflege der Grünflächen in einem schwierigen Spannungsfeld befinde. Die einen wollen Natur und Blühflächen, die anderen sauber gepflegte Rasen. Karl Paulus sprach sich für eine differenzierte Pflege der Böschungen am Brückenradweg aus. „Wir müssen zu einem vernünftigen, naturverträglichen Kompromiss kommen. Das radikale Abmulchen schadet der Natur, insbesondere den Insekten. Und wenn nicht gemulcht oder gemäht wird, entstehen geschlossenen Gebüsche“. Das sei auch nicht zielführend. Stefan Schürmann von der Naturschutzbehörde plädierte für eine „25-Prozent-Lösung.“ Demnach könne jedes Jahr ein Viertel der Böschungen gepflegt werden, auch um einem dauerhaften Verbuschen vorzubeugen. Wünschenswert wären eine Mahd und die Abräumung des Mähguts aus der Fläche, was allerdings mit einem enormen Arbeitsaufwand für die Kommune verbunden wäre.

Naturverträgliche, differenzierte Nutzung

Auf diese Weise entstünde eine naturverträgliche, differenzierte Nutzung. Dies müsse zwingend im Bereich des 1,4 Kilometer langen geschützten Landschaftsbestandteils nördlich von Thiersheim umgesetzt werden, so Schürmann. In diesem Zusammenhang muss Seitens des Marktes Thiersheim darauf hingewiesen werden, dass sich kleinere Kommunen zu einer derartigen Umsetzung der Pflege nur mit entsprechender Unterstützung im Stande sehen. Nach Aussage von Herrn Schürmann, könnten ökologisch wertvolle, südexponierte Böschungen gegebenenfalls über die Landschaftspflege gefördert werden.

Radwegenutzung und Natur in Einklang bringen

Einigkeit herrschte bei allen Beteiligten, dass ein Streifen von einem Meter direkt am Radweg jedes Jahr gepflegt werden muss, damit die Radfahrer nicht durch hohes Gras belästigt werden. Grundsätzlich war man sich auch darüber einig: den Radfahrern sollte ein abwechslungsreicher Radweg geboten werden, mit schönen Sichtbeziehungen, beschatteten Bereichen mit Gebüschen und Bäumen und auch blütenreichen Abschnitten, wo sich Bienen, Schmetterlinge und Grashüpfer wohlfühlen.